Alle Jahre wieder: Von Bayern aus wird das Berliner Abitur in Frage gestellt

Seit Jahrzehnten wird von Bayern aus versucht das Berliner Abitur in Frage zu stellen. Aus Sicht der Berliner Landeselternvertretung kann es sich auch bei dem neuesten Versuch seitens des Deutschen Lehrerverbandes nur um einen schlechten Scherz handeln. Außerdem wirkt dieser neue Versuch eher spaltend als einend in der heterogenen deutschen Schullandschaft.

„Gegenüber unseren Berliner Schüler_innen ist es aus Elternsicht ein Affront, eine Nicht-Anerkennung des Berliner Abiturs zu fordern.“, so Norman Heise, Vorsitzender des Berliner Landeselternausschusses verärgert. „Im Sinne der Chancengleichheit zum bundesweiten Studium ist diese exklusive Forderung des Deutschen Lehrerverbandes sehr unseriös.“, so Heise weiter.

Der Deutsche Lehrerverband versucht seit Jahren - laut Recherche des LEAs - die Einführung eines Zentralabiturs zur verhindern. Aber Bayern hat sich, wie andere Bundesländer auch, am Versuch für ein bundesländerübergreifendes Zentralabitur beteiligt. Diesem Zentralabitur wurde ebenfalls, im Zuge der Vereinheitlichung, nachgesagt, die Standards abgesenkt zu haben.

Uns als Landeselternvertretung fehlt in Berlin leider die gemeinsame ernsthafte und konsequente Auseinandersetzung mit dem Thema „Lehr- und Lernqualität“ von der Kita bis zum Abitur von allen Seiten. Dazu gehört auch die Qualität der Abschlüsse (oder überhaupt einen Abschluss zu erlangen) und, wozu die Schülerschaft letztendlich in der Schule befähigt wird. Wir lehnen es ab, dass die Qualität der Schulen über die „Schulform“ diskutiert wird, sondern dass stattdessen geprüft und entsprechend verbessert werden muss, wie der Unterricht im Klassenzimmer konkret verläuft und gestaltet wird. Denn die Unterrichtsqualität ist ein wesentlicher Faktor, um einen nachhaltigen (!) Lernzuwachs und das Erreichen von Kompetenzen bei der Schülerschaft zu erreichen (siehe Hattie-Studie).

Der LEA fordert den Deutschen Lehrerverband auf, seine professionelle Expertise für mehr (nachhaltige) Unterrichtsqualität einzubringen. Die Politik ist aufgefordert, die dafür notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen.

Angesicht der für 2017 angesetzten zaghaften Versuche erste bundesweit einheitliche Schritte auf dem Weg zum Zentralabitur zu gehen, ist die Diskussion um die Wertigkeit des Abiturs in einzelnen Bundesländern unnötig.