Pressemitteilung: Stellungnahme des Landeselternausschusses Schule zum Thema Abiball-Debakel

Bereits im Juni haben sich viele Eltern und Schüler*innen an den Landeselternausschuss und Landesschülerausschuss gewandt. Thema waren die Abibälle. Am 14.06.2020 haben der LSA und LEA eine gemeinsame Pressemitteilung zu diesem Thema rausgegeben. Und es hat sich einiges bewegt.

Die Anzahl der Teilnehmenden waren mit den Corona-Eindämmungsmaßnahmen nicht zu vereinbaren, die Kartenkäufe sind mit dem Lockdown schlicht abgebrochen. Was blieb, waren Verträge. Die beiden führenden Eventagenturen haben sehr ähnliche Vertragsbedingungen demnach sind sie nicht die Veranstalter, sondern diejenigen, die die Verträge unterzeichnet haben. Dieses Problem ist seit Jahren bekannt und führt immer wieder zu Rechtsstreitigkeiten, insbesondere wenn junge Erwachsene die Verträge unterschrieben haben und sich auf die „Rundumsorglos-Aussagen“ der Eventagenturen verlassen haben. Für etliche von ihnen und auch immer wieder begann der Start in die nachschulische Karriere mit einem Berg von Schulden.

Besonders prekär stellte sich die Situation in diesem Jahr dar. Die Eventagenturen haben auf Zeit gespielt und nicht praktikable Alternativveranstaltungen angeboten. Leider ist so ein Abiball nur nach dem Abi interessant, spätere Veranstaltungen sind möglich, aber meist nur im reduzierten Umfang. Eine Verschiebung auf „irgendwann“ ist dementsprechend unrealistisch.

Erste Schulen haben frühzeitig die Verträge aufgelöst, nach der Faustformel: Je höher der Anteil an Jurist*innen in der Elternschaft, umso schneller ging es. Die Aufwandsentschädigung an die Eventagenturen beliefen sich auf 15-30% der gekauften Karten.

Übrig blieben und bleiben Verträge mit Schüler*innen. Auch wenn es sich nun nur noch um rund ein Fünftel der geschlossenen Verträge handelt, müssen auch diese schnell und rechtssicher abgewickelt werden.

Dem Landeselternausschuss standen hier bei der Lösungsfindung die Verbraucherzentrale und die Stiftung Warentest hilfreich und kostenlos zur Seite!

Das Unternehmen Abiplaner hat nach solider Vorbereitung und guten persönlichen Gesprächen nun die Abwicklung der noch bestehenden Verträge zu einer Aufwandsentschädigung von 10% der gekauften Karten zugestimmt und wird dies nun verbindlich an die Vertragspartner kommunizieren.

Ebenso konnten im Rahmen der persönlichen Gespräche die künftigen Verträge diskutiert werden. Allen Seiten ist bewusst, dass die Verträge, aber auch die grundsätzlichen Informationen, transparenter und valider kommuniziert werden müssen. Ein weiterer Termin ist für Anfang August geplant.

Etwas anders verhält es sich beim Unternehmen AbiTraum. Statt einer Antwort auf unseren Fragenkatalog erhielten wir einen 5-seitigen Brief der Anwaltskanzlei von AbiTraum. Tenor: Alle Verträge sind individuell. An einer pauschalen Lösung für die noch bestehenden Verträge besteht kein Interesse, ebenso nicht an einem persönlichen Gespräch. Auch wenn die Kanzlei nun in Teilen zurückgerudert ist, einen Lösungsvorschlag für alle gibt es nicht!

Fakt bleibt, dass auch die Eventagenturen zu den Verlierern der Corona-Krise gehören, mit ihnen auch die Locations, Caterer, DJs, Fotograf*innen etc. Somit besteht auch kein Zweifel, dass entstandene Aufwendungen vergütet werden müssen.
Der Landeselternausschuss unterstützt alle VertragsunterzeichnerInnen bei Fragen zur Abwicklung der Verträge.

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